Ruhrkesselschlacht – Artillerie schoss Bigge und Olsberg sturmreif

Am Mittwoch, dem 10. April 1985 erinnert eine Themenseite in der Westfalenpost an die Geschehnisse der so genannten Ruhrkesselschlacht zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Raum Olsberg.

Unter anderen wird dort der Artikel „Artillerie schoß Bigge und Olsberg ’sturmreif‘“ gedruckt.

Zu diesem Artikel ist ein Bild von Heinz Lettermann abgedruckt, welches die Grabsteine von Wilhelm Tielke und dessen Vater auf dem Bigger Friedhof zeigt.

Zusammenfassung des Artikels

Im Frühling 1945, als der Zweite Weltkrieg seinem Ende zusteuerte, wurde die Region um Bigge und Olsberg zum Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen.
Ab Ostermontag, dem 02. April, begann ein heftiger Artillerieangriff der US-Streitkräfte, der bis zum 06. April andauerte.
Besonders schwer getroffen wurde die Martinus-Kirche in Bigge sowie zahlreiche Häuser in der Umgebung.
Die US-Soldaten konzentrierten ihr Feuer auf strategisch wichtige Punkte, darunter Schulen, Teile des Josefsheims und die Häuser rund um die Kirche.

Die Kämpfe forderten einen hohen Blutzoll: Mindestens 120 Deutsche, darunter Soldaten, Volkssturmmänner und Zivilisten, verloren ihr Leben.
Ein Beispiel für die Zerstörung war ein Volltreffer in die Martinus-Kirche, bei dem sieben Menschen starben und vier weitere schwer verletzt wurden.
Auch der Organist und Küster Wilhelm Tielke und sein Vater wurden in den letzten Kriegstagen in Bigge getötet.
US-Panzer feuerten zudem auf Häuser in der Nähe des Waisenhauses und der Olsberger Hütte, wobei zwei Frauen und ein Mann ums Leben kamen.

Der Widerstand in der Region wurde vor allem vom Freikorps Sauerland geleistet, das sich aus Volkssturmmännern, 15-jährigen Hitlerjungen und älteren Soldaten zusammensetzte.
Trotz des erbitterten Widerstands rückten die US-Truppen am 05. April in die Region vor, zogen sich jedoch am Abend nach Gierskopp zurück.
Am nächsten Morgen setzten Panzer und Infanterie ihren Angriff fort.
Am Freitagnachmittag, dem 06. April, besetzten US-Truppen schließlich die umliegenden Dörfer, ohne auf größeren Widerstand zu stoßen.

Der Verfasser schildert die heftigen Kämpfe um Brunskappel am 05. April.
Deutsche Truppen wollten den Ort verteidigen und rechneten mit einem Angriff aus Richtung Winterberg, der jedoch über Wiemeringhausen erfolgte.
Sperren und gesprengte Brücken konnten den Vormarsch der US-Truppen nicht aufhalten.

Ab dem Morgen griffen US-Soldaten an, später setzte schwerer Artilleriebeschuss ein.
Trotz weißer Fahnen wurde weitergeschossen; dabei kamen auch Zivilisten ums Leben.
Am Abend nahm die amerikanische Infanterie das Dorf ein.

Die Kämpfe forderten zahlreiche Tote.
Große Teile des Dorfes wurden beschädigt oder zerstört, besonders Kirche und Schule.
Der Text endet mit dem tragischen Tod eines jungen Soldaten aus Brunskappel, der vergeblich versuchte, seine Mutter wiederzusehen.

Der Verfasser beschreibt weiter den amerikanischen Vormarsch auf Elpe und Siedlinghausen .
US-Truppen rückten am 06. April überraschend von Niedersfeld her vor, nahmen den deutschen Abschnittskommandeur mit seinem Stab gefangen und besetzten die Orte weitgehend kampflos.

Dem gingen jedoch massive Artillerieangriffe voraus: Mindestens 1.600 Granaten schlugen in und um Elpe ein und brachen den Widerstand der schlecht ausgerüsteten deutschen Soldaten.
Nahezu kein Haus blieb unbeschädigt.

Am 07. April besetzten US-Truppen Elpe; am Weißen Sonntag konnten die Bewohner die Bergwerksstollen, in die sie geflüchtet waren, wieder verlassen und fanden vielfach zerstörte Häuser vor.

Quellen

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Impressum des Beitrags
Text: Christoph Köster
Medien: siehe Medienbeschriftungen
letzter Stand: 2026-02-02 23:04:46

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